Bangkok

Fläche: 1.569 km²
Wetter: 32 °C, Wind aus S mit 10 km/h, 63 % Luftfeuchtigkeit
Ortszeit: Samstag, 14:16
Bevölkerung: 6,355 Millionen (2000) Vereinte Nationen
Anzahl Der Flughäfen: 2
Amphoe: Metropolregion Bangkok
Bangkok (thailändisch: กรุงเทพมหานคร, „Krung Thep Maha Nakhon“, kurz กรุงเทพฯ, Krung Thep) ist die Hauptstadt von Thailand und liegt kurz vor der Mündung des Chao Phraya in den Golf von Thailand. Mit über 8 Millionen Einwohnern (über 14 Millionen in der Metropolregion) ist es die mit Abstand größte Stadt des Landes, ihr kulturelles, wirtschaftliches und Verkehrszentrum. Im Jahr 2014 kamen 16,9 Millionen internationale Touristen nach Bangkok, sie ist damit nach London die zweitmeist besuchte Stadt der Welt.

Stadtteile

Die Metropole Bangkok ist eine große und ausgedehnte Stadt. Verwaltungstechnisch ist es in 50 Khet (เขต) (Stadtbezirke) gegliedert. Für die Zwecke dieses Reiseführers ist folgende Aufteilung zweckmäßiger:

Die Stadtteile Bangkoks

Siam:
Zentraler Geschäftsbezirk rund um den Siam Square mit schicken Einkaufszentren und internationalen Hotels
(entspricht ungefähr dem Khet Pathum Wan)

Sukhumvit:
Beiderseits der Thanon Sukhumvit, der südöstlichen Ausfallstraße Bangkoks, mit vielen Ausgehmöglichkeiten, die vor allem bei Expats und der örtlichen Mittel- und Oberschicht beliebt sind: Hotels, schicke Restaurants und Nachtclubs, aber auch zwei der bekannten Rotlichtviertel.
(Khet Khlong Toei, Watthana, Phra Khanong)

Silom:
Der Finanz- und Business-Distrikt entlang von Thanon Si Lom und Sathon, der sich abends und nachts zu einem der Haupt-Ausgehziele der Stadt verwandelt; außerdem finden sich hier viele Hotels und die meisten Botschaften.
(Khet Bang Rak, Sathon, Bang Kho Laem, Yan Nawa)

Rattanakosin:
Die historische Altstadt mit dem Großen Palast, Tempel des Smaragdbuddha und Wat Pho, außerdem das neuere Residenz- und Regierungsviertel Dusit sowie das Chinesen- (Yaowarat) und das Inderviertel (Phahurat).
(Khet Phra Nakhon, Dusit, Pom Prap Sattru Phai, Samphanthawong)

Thonburi:
Die westlich des Flusses Chao Phraya gelegenen Stadtteile gelten als ruhiger und bodenständiger. Hier gibt es noch einige Kanäle sowie den bekannten „Tempel der Morgenröte“ Wat Arun.
(Khet Thon Buri, Bangkok Yai, Bangkok Noi, Bang Phlat, Khlong San, Chom Thong, Taling Chan, Phasi Charoen, Bang Khae)

Phahonyothin:
Die nördlichen Außenbezirke entlang der Thanon Phahonyothin vom Siegesdenkmal zum Flughafen Don Mueang. Hier befindet sich der riesige Chatuchak-Wochenendmarkt.
(Khet Ratchathewi, Phaya Thai, Bang Sue, Chatuchak, Lak Si, Don Mueang)

Ratchadaphisek:
Der weitläufige Nordosten der Stadt: Die Thanon Ratchadaphisek hat sich dank der U-Bahnlinie zu einer Büro-, aber auch Vergnügungs- und Unterhaltungsmeile entwickelt. Außerdem befinden sich hier mehrere große Universitäts-Campus, Einkaufszentren und ausgedehnte Wohngebiete.
(Khet Huai Khwang, Din Daeng, Bang Kapi, Suan Luang)

 

Hintergrund

Gründung

Bis 1767 gab es an der Stelle des heutigen Bangkok zwei kleine Orte, Thonburi am westlichen und Bang Kok am östlichen Ufer des Chao-Phraya-Flusses mit jeweils einem Fort, die die Zufahrt vom offenem Meer zur damaligen Hauptstadt Ayutthaya kontrollierten. Nach dem Untergang Ayutthayas verlegte der neue König Taksin 1768 die Hauptstadt zunächst nach Thonburi. Aus dieser Zeit stammen Überreste des alten Palasts (Wang Doem) und vor allem der bekannte „Tempel der Morgenröte“ Wat Arun. Taksin wurde 1782 – möglicherweise nachdem er wahnsinnig geworden war – gestürzt und hingerichtet und sein wichtigster Minister und Heerführer Chao Phraya Chakri übernahm die Macht. Dieser bestieg als Rama I. den Thron und begründete die bis heute herrschende Chakri-Dynastie. Er verlegte außerdem die Hauptstadt auf die andere Seite des Flusses und legte damit den Grundstein für das heutige Bangkok. Das heißt aber seit dieser Zeit auf Thailändisch gar nicht mehr so (der Name, der übersetzt etwa „Ort der Balsampflaume“ bedeutet, wäre viel zu profan für eine königliche Hauptstadt), sondern

Schriftzug des vollständigen Namens von Bangkok vor dem Sitz der Stadtverwaltung (BMA)

„Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit “

„Stadt der Devas, große Stadt [und] Residenz des heiligen Juwels Indras, uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishvakarman gebaut wurde.“

Das ist der längste Name einer Hauptstadt weltweit. Er wird in der Praxis aber natürlich abgekürzt zu „Krung Thep Maha Nakhon“ oder nur „Krung Thep“. In den europäischen Sprachen hielt sich dagegen der alte Name Bangkok.

Historische Ansicht von Bangkok, 1822

Rama I. ließ den Großen Palast – Wahrzeichen des alten Bangkok –, Wat Phra Kaeo als Verehrungsort für den Smaragdbuddha, viele weitere Tempel sowie Befestigungsanlagen der Altstadt Rattanakosin anlegen. Die chinesischen bzw. chinesischstämmigen Händler, die vor der Erhebung Bang Koks zur Hauptstadt dort gelebt hatten, wurden etwas weiter nach Süden umgesiedelt, wo bis heute die „Chinatown“ Bangkoks ist.

Wasserstraße am Wat Saket, Mitte 19. Jahrhundert
Modernisierung

Bangkok war noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts von einem dichten Netz von Kanälen (Khlong) durchzogen, die als Verkehrswege fungierten, und hatte daher den Beinamen „Venedig des Ostens“. Die erste gepflasterte Straße, Thanon Charoen Krung, wurde erst 1861–1864 angelegt. Unter der Herrschaft König Ramas V. (Chulalongkorns; 1868–1910) wurde Bangkok deutlich modernisiert. Er ließ ein neues Palastensemble anlegen, das er von europäischen (vor allem italienischen) Architekten entwerfen ließ, ein breiter Prachtboulevard nach dem Vorbild der Pariser Champs-Elysées wurde angelegt (Thanon Ratchadamnoen), Bangkok bekam eine Straßenbahn und die ersten Autos. In dieser Zeit entstanden viele Geschäftshäuser, Kontore für den Überseehandel und die ersten Bankhäuser. Bangkok näherte sich einer europäischen oder kolonialen Stadt an.

Bis dahin war Bangkok noch sehr kompakt und nahm nur einen kleinen Teil seiner heutigen Fläche ein. Doch es wuchs immer weiter, wobei sich auch das Zentrum verlagerte. In den 1950er- und 1960er-Jahren siedelten sich Banken und Großkanzleien im Stadtteil Silom an, der dadurch zum Finanzdistrikt wurde. Explosionsartig wuchs Bangkok dann während der 1970er- und vor allem während des thailändischen Wirtschaftsbooms der 1980er-Jahre. Binnen zehn Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl und überschritt die 5-Millionen-Marke. Es entstanden die ersten Hochhäuser, großen Shoppingmalls und Stadtautobahnen. Das „Gesicht“ der Metropole wandelte sich in der Zeit radikal. Seither platzt die Stadt aus allen Nähten, ist über ihre eigentlichen Grenzen hinaus und ins Umland hinein gewachsen, hat mit Luftverschmutzung und täglichem Verkehrschaos zu kämpfen. Ein schienengebundenes Massenverkehrssystem ist infolge von Fehlplanungen und Korruption erst seit 1999 in Betrieb: der Skytrain; 2004 kam noch die U-Bahn hinzu, die vorerst aber nur eine Linie hat. Nach einem Masterplan soll bis 2029 ein dichtes Netz von Hoch-, Untergrund- und Monorail-Bahnen entstehen.

Als politisches und sozialer Mittelpunkt des zentralistischen Landes war Bangkok immer wieder Schauplatz einschneidender Ereignisse der politischen Geschichte: der Volksaufstand gegen die Militärdiktatur im Oktober 1973, das Massaker an linken Studenten und Aktivisten am 6. Oktober 1976, die Massenproteste der Mittelschicht gegen eine aus ihrer Sicht illegitime Regierung im „Schwarzen Mai“ 1992 sowie die wiederholten Demonstrationen und Unruhen im farbkodierten Konflikt der „Gelbhemden“ und „Rothemden“ seit 2006.

Heute

Bangkok ist heute eine Stadt der Gegensätze: Auf der einen Seite glänzende Bürohochhäuser internationaler Bank- und Versicherungskonzerne, Luxushotels, Hochglanz-Shoppingmalls mit Filialen europäischer Edelmarken, sauberer und eisgekühlter Skytrain und U-Bahn; auf der anderen Seite gibt es aber noch genug Wellblechhütten, heruntergekommene Bauwerke, die allen Sicherheitsvorschriften spotten, und offensichtliche Armut, die einen daran erinnert, das man in einem Entwicklungsland ist. An vielen Stellen wirken Wolkenkratzer und vielspurige Stadtautobahnen charakterlos und international, aber dann stößt man wieder auf einen kleinen bunt verzierten Tempel oder eine intakte Nachbarschaft, die wie ein eigenes Dorf inmitten der Metropole wirkt.

Orientierung

Bangkok kann recht unübersichtlich wirken. Es gibt kein echtes Zentrum, sondern mehrere Stadtteile, die die Funktion einer Innenstadt erfüllen. Straßen wechseln teilweise in ihrem Verlauf den Namen. Grundsätzlich haben nur die Hauptstraßen (Thanon) einen Namen, die von ihnen abgehenden Nebenstraßen (Soi) sind durchnummeriert. Manchmal ist die Nummerierung aber auch inkonsequent; oder eine Nebenstraße ist doch nicht unter ihrer Nummer, sondern unter ihrem – unter Umständen inoffiziellen – Beinamen bekannt. Mit den offiziellen Adressen kommt man daher oft nicht weit. Auch die 50 offiziellen Stadtbezirke haben nur administrativen Charakter, spielen aber im Bewusstsein der meisten Bangkoker keine Rolle. Besser orientiert man sich anhand von Stadtvierteln, bekannten Einrichtungen wie Sehenswürdigkeiten, Tempeln, (Hoch-)Schulen, Denkmälern, Einkaufszentren oder Haltestellen der Massenverkehrssysteme.

 

grand palace bangkok, thailand
grand palace bangkok, thailand

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2 Jahren ago

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